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[Hallo 2022! Na, du hast dich aber schick gemacht. Wieder eine neue Variante im Gepäck, das wäre doch nicht nötig gewesen. Ach, weil du meinst, sonst würde es langweilig? Dass wir Gefahr liefen, einfach zurückzukehren in ein prä-pandemisches Miteinander, in die vermeintliche Sorglosigkeit, dorthin, wo all die anderen dramatischen Themen schlummern, die uns diese Welt noch zu bieten hat, die wir so großzügig selbst kreieren, die wir so nachhaltig verleugnen? Nein, ich nenne keine Namen. Ich schweige lieber, wie es alle tun, zerkaue mein Gähnen und setze meine Maske auf. Es gibt ja auch zu Hause genug zu tun, gerade dann, wenn es niemand merkt. Das Libretto, das neue Kinderstück, der alte Roman, die nächste Übersetzung. Lauter beruhigende Geschichten, des histoires à dormir debout. Überhaupt, Schlaf: Mir scheint, liebes 2022, als hättest du davon nicht besonders viel im Köcher. Zum Glück gibt es auch dafür eine App. Zum Glück bist du noch jung. Wenn du mich fragst: Du musst dich gar nicht schick machen. Ein Jahr wie du, das strahlt von innen.]  

 

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DIE AFFÄRE RUE DE LOURCINE (Eugène Labiche, neu gefasst von Sigrid Behrens) 
Theater Bielefeld // Regie: Markus Heinzelmann //
Premiere am 26.03.2022